Zwischen Knochenszintigramm und Hoffnung
„Mir fiel kein Stein vom Herzen, es war eine ganze Gebirgskette.“
Wie so vieles lief auch das Staging bei mir nicht „wie üblich“. Ich würde sogar behaupten, dass die Staginguntersuchungen mich an meine absolute Belastungsgrenze gebracht haben und weit darüber hinaus. Ich war zum Zeitpunkt der Diagnose in der 31. Woche schwanger. Das bedeutete, Tumor-OP, Port-OP und erste EC-Gabe mit Baby im Bauch. Es bedeutete aber auch, dass man bei mir nach Diagnosestellung kein CT und keine Knochenszintigraphie machen konnte.
Zusätzlich zu allen bereits vorhandenen Ängsten kam also die Ungewissheit hinzu, ob ich kurativ behandelt werden konnte, sprich Aussicht auf Heilung, auf Überleben hatte. Erst zwei Monate später, mein Baby war gerade 2 Wochen alt, standen diese Untersuchungen auf dem Programm.
Als ich das Gebäude der Nuklearmedizin betrat, packte mich ein ungutes Gefühl. Überall Gefahrenhinweise … ja, so in etwa stelle ich es mir in einem Atomkraftwerk vor. In der Aufklärung stand dann, man solle sich in den nächsten Tagen von Schwangeren und Kleinkindern fernhalten, kapierte ich nicht so ganz.
Im Aufklärungsgespräch fragte ICH den Arzt, wie das gemeint sei, dass man sich von Kleinkindern fernhalten solle, da ich ein 2 Wochen altes Baby zu Hause hätte. Da schaute er mich mit großen Augen an und sagte: „Oh, das ist aber jetzt ein Problem. Sie müssen die nächsten 2,5 Tage mind. 5 Meter Abstand von Ihrem Baby halten.“ Könnt ihr euch das vorstellen? Ich konnte es nicht. Ich war völlig verzweifelt und fühlte mich, wieder einmal, wie im falschen Film.
Aber auch diese Etappe habe ich geschafft, eine Alternativen gab es nicht. Nach 2,5 Tagen hielt ich endlich wieder mein Baby im Arm und einen Stagingbefund in der Hand, der mich hoffen ließ.
Maren
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