Zack! Das hat gesessen.
„Was passiert hier gerade? Ich bin von einem Routinetermin ausgegangen und jetzt?“
Am 4. Oktober 2022 war mein Termin in der Brust-Sprechstunde im Klinikum. Ich hatte Beschwerden in der linken Brust. Die Stelle war unter Beobachtung und bisher nicht auffällig. Aber nun war es irgendwie anders und vor allem schmerzhaft. Und die Stelle verschwand auch nicht wieder wie sonst. Ich hatte ein komisches Gefühl. So richtig greifen konnte ich das nicht.
Die Brust-Sprechstunde ist direkt auf der Gynäkologischen Station, der Standort ist auch ein zertifiziertes Brustzentrum. Wenn man das auf den Schildern so liest, beschleicht einen schon ein komisches Gefühl. Meine „Problemstelle“ war schnell ertastet und der Arzt hat lange im Ultraschall geguckt. Er meinte, da ist etwas, aber er kann es mit dem Ultraschall nicht genau definieren. Klarheit bringt da nur eine Biopsie. „Wenn Sie wollen, können wir das gleich hier machen“, meinte er. Etwas überrumpelt meinte ich: Na klar, jetzt bin ich schon mal hier.
Und so lag ich prompt auf der Liege und es wurde nach örtlicher Betäubung dreimal unter Ultraschallkontrolle gestanzt. Irgendwie ging das alles zu schnell und an mir vorbei. Der Arzt meinte, der pathologische Befund ist am nächsten Tag da und er ruft mich an. Und er glaubt nicht, dass es etwas Bösartiges ist, da es ja wehtut. Naja, hoffen wir mal.
Bei meinem Fahrrad angekommen, musste ich mich erstmal setzen. Was passiert hier gerade? Ich bin von einem Routinetermin ausgegangen und jetzt? Habe ich eine kleine Wunde an der linken Brust und Schmerzen. Ich war am Zittern, irgendwie bin ich heim geradelt.
Der nächste Tag begann mit meinem Termin im Bürgerbüro, mein Reisepass für die geplante Neuseelandreise war beantragt. Ich erwartete jederzeit den Anruf vom Doktor, aber er kam nicht. Und dann, kurz nach 20 Uhr, kam der Anruf. In seiner nüchternen und schnörkellosen Art teilte mir der Arzt mit, dass es sich leider um einen bösartigen Tumor handelt. Zack! Das hat gesessen. Auf einmal war alles anders. Alles!
Mein Mann wollte gerade einen Freund anrufen und ihm zum Geburtstag gratulieren, als ich aufgelegt hatte. Daraus wurde dann nix, ich konnte nur heulen. Was denkt man in so einem Moment außer Sch***? Ich weiß es nicht mehr. So eine verdammte Kacke.
Am nächsten Morgen waren wir, mein Mann hatte mich begleitet, um 8 Uhr im Brustzentrum. Die Schwester war wieder zuckersüß und sehr mitfühlend. Sie begann das Gespräch mit dem Satz: „Frau Wilhelm, ganz wichtig: Sie haben nichts falsch gemacht, nix falsches gegessen oder so!“ Sie hat erklärt, was man bis jetzt aus der Pathologie weiß und was als Nächstes ansteht …
Über die Buusenfreundin
Sirid, 49 · Dresden